Unileben macht mich mürbe und unglücklich. Selbst ausgedehnte Kaffeepausen mit Menschen, denen es ähnlich geht, die es aber vielleicht noch nicht gemerkt haben, können da nicht mehr helfen.
Mein Plan für den heutigen Tag ist ambitioniert. Übersetzung - 4 Stunden Bibliothek - Colloquium.
Die Übersetzung wird vielleicht nicht übel sein. Die 4 Stunden Bibliothek werden es bestimmt. Es frustriert mich so sehr Kommilitonen und Arbeitskollegen zu sehen, die über ihren Magisterarbeiten grübeln, während ich noch nicht mal meine 20seitige Hausarbeit beenden kann.
Und wenn ich mich umblicke, sehe ich Frauengesichter, die meinem so ähnlich sind, weil deutsche Frauen, doch irgendwie alle gleich aussehen. Und ich sehe die ein oder andere Koryphäe, die es alles hat. Frechheit, Witz, Intelligenz, Wissen, Interesse und pure Schönheit. Sie stellt uns alle in den Schatten.
Nach dem Frühstück habe ich mich erstmal wieder ins Bett gelegt. Gestern ging es mir so brilliant und heute möchte ich in meinen Tränen ertrinken. oder so. Nicht in meinen Tränen vielleicht. Aber ertrinken auf jeden Fall. Oder vielleicht auch nicht ertrinken, sondern unter der warmen Bettdecke ersticken. Bloß nicht so grausam.
Ich bin so fürchterlich launisch. Ein falsches Wort und meine Laune kippt sofort. Da sie sich auf den schönen Seiten des Lebens nicht so gut auskennt, kehrt sie einmal gekippt so schnell nicht wieder zurück. Meine Unsicherheit in gewissen Dingen ist einfach riesig und unersättlich. Dabei möchte ich doch nur einmal ganz sicher sein, was hier eigentlich gerade passiert. Aber meinen Mut, Wahrheiten zu erfragen, habe ich vor einigen Jahren wohl mit meinen Prinzipien auf Eis gelegt. In der Zeit, in der mir bewusst wurde, dass viele Lebenswege möglich sind, und vielleicht keiner schlechter ist als der andere. Damals habe ich meinem Leben die größtmögliche Offenheit gegeben. Größtmögliche Offenheit bedeutet größtmögliche Schwäche. Wenn man sich an alle Lebenssituationen adaptieren kann, dann kann man auch Situationen, in denen es einem nicht gut geht, aushalten und sogar für richtig und gut erklären, um somit dem eigentlichen Problem auszuweichen.
Mit all diesen Gedanken und der nachfrühstücklichen Bettdecke über dem Kopf bin ich zurückgekehrt zum Tarot. Erst hatte ich nur mein Horoskop gelesen, aber da fing das Dilemma schon an: Single-Horoskop, Liebeshoroskop, Tageshoroskop, Wochenhoroskop? Was ist das richtige für mich?
Daher die Karte des Tages, die ich selbst bestimmen kann.
Königin der Kelche
Ihre emotionale Offenheit macht Sie heute besonders empfänglich für die Bedürfnisse Ihrer Umwelt, zugleich aber auch entsprechend verletzlich gegenüber möglichen Härten. Dennoch sollten Sie vertrauensvoll auf andere zugehen, da Ihre gute Intuition Sie vor Schwierigkeiten bewahren wird. Achten Sie besonders auf Ihre Eingebungen und Träume!
Das ist wahrscheinlich ein guter Vorsatz für den Tag: Vertrauensvoll auf andere zugehen und dennoch vor Schwierigkeiten bewahrt werden. Schwierigkeiten, nur, sind nicht meine Angst. Meine Angst ist verletzt zu werden von möglichen Härten und dann dennoch nicht stark genug zu sein, ihnen zu entsagen.
Und meine Träume? was sagt es mir, dass ich in den Nächten, in denen ich allein liege, unruhiger schlafe und mit schlechten Träumen, angstvollen Albträumen die Nacht verbringe? Die Dunkelheit meines Zimmers macht mir plötzlich Angst und wenn ich nachts aufwache, habe ich immer das Gefühl, nicht allein in der Wohnung zu sein.
1 Kommentar:
Keine Angst vor den Träumen....
Als ich z.B. neulich nachts in deiner Wohnung aufgewacht bin, da hatte ich auch das Gefühl, dass ich da nicht allein war.....
und siehe da...
Es stimmte!
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