Annika hat mich heute morgen mal wieder mit einer SMS geweckt. Es war auch schon ziemlich spät und daher sehe ich es ihr nach. AUSSERDEM war der Inhalt der Nachricht auch sehr erfreulich, denn er besagte, dass es wieder Karten für das Santogold-Konzert im Tape heut Abend gibt. Ich will mich nicht zu sehr freuen, aber ich glaube, es könnte ein wirklich gutes Konzert werden. Seit der Sache mit Kate Nash und die ernüchternden Berichte über das Cat-Power-Konzert bin ich zwar vorsichtig mit solchen Vorhersagen, aber.
Ich will auf jeden Fall hin! Wer kommt mit? ;)
Es stimmt, was die Leute sagen - das Leben ist ungerecht, vor allem zu Dir. Und ich kann Dir nur einen Trost bieten: Was Du in all dem Leid und der Einsamkeit zustande bringst, wird Deine Verzweiflung und unsere Grausamkeit bei weitem überdauern.[...]So gesehen, werden wir auf lange Sicht alle gewinnen. Und deshalb entschuldige ich mich im Namen aller, denen Du jemals begegnen wirst, im voraus für allen Kummer, den wir Dir bereiten werde. Dir stehen harte Zeiten bevor, Kleiner. Du bist gewarnt.
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Freitag, 11. Juli 2008
Mittwoch, 4. Juni 2008
I wish it was my favourite gig

Gestern war Kate Nash mit ihrer Band in der Kulturbrauerei zu Gast um einen unheimlich enttäuschenden Gig abzuliefern. Wenn ich kritischer wäre, würde ich sogar sagen, es war ein ziemlich beschissenes Konzert.
Angefangen bei der Vorband - den Namen hab ich nicht mal mitbekommen - die mit ihrer Sängerin an der Akkustikgitarre schwerlich nach einer schlechten Kate-Nash-Coverband klang. Getoppt wurde der lahme Auftritt von der Aussage der Sängerin, sie sei "so bored of her own music". Ja, hab ich wohl gemerkt, meine Gute.
Das Programm wurde dann auch sehr schnell durchgezogen und für uns hieß das: noch mal warten bis das Bühnenbild (Samtverkleidetes Klavier, diverse Drums, Glockenspiel etc) aufgebaut und die Instrumente und Toneinstellungen für Kate gecheckt waren. Dazu wurden Oldies und andere no-go-Songs von "One fine Day" bis "Walking on Sunshine", "Twist and Shout" und "The Loco-Motion" gespielt. Eigentlich hatte ich an diesem Punkt schon keine Lust mehr, zumal die Mädels um mich herum (alle etwa 5-10 Jahre jünger als ich) die Lieder mitgesungen haben und sich dann zu allem Überfluss auch noch an einem Möchtegern-Twist versucht haben. Das hat mich alles schwer an Schulparties erinnert und ich habe mich alt gefühlt, aber im Sinne von "erhaben".
Als keiner dann mehr so wirklich Lust auf Oldiemusi hatte, bequemten sich Kate und ihre Band endlich auf die Bühne und versemmelten ein Lied nach dem anderen. Ein Trauerspiel. Am Schmerzhaftesten war es meinem Lieblingslied auf ihrer Platte zu lauschen, nämlich "We get on". Band und Sängerin schienen so gar nicht aufeinander abgestimmt zu sein. Der Drummer gab den Takt viel zu schnell vor und raste durch den Song, Kate kam auf dem Klavier und mit Gesang gar nicht hinterher und es war einfach nur eine Beleidigung des Songs, des Zuhörers und überhaupt.
Bei den anderen Liedern war das Hörerlebnis leider nur geringfügig angenehmer, was den Rest der Masse aber nicht zu stören schien, da fröhlich mitgesungen und getanzt wurde. An einigen Stellen hat Kate dann versucht sich, nun ja, nennen wir es mal, "rockig" zu geben. Ein Desaster, denn sie kam nur aggressiv rüber. Aber wenigstens kam dann mal was rüber! Ansonsten wirkte sie schüchtern, versteckte sich gleichsam hinter ihrem Klavierchen oder der Gitarre. Keine Bühnenshow, keine richtige Kontaktaufnahme mit dem Publikum, alles nur lahm und nicht mal halb so gut wie auf CD. Vielleicht liegt es an Kates Alter (20), dass sie auf der Bühne noch nicht so recht überzeugen kann, und ich hoffe, dass sich das mit den Jahren ändert, angenommen, dass sie sich so lange halten kann, was ich trotz allem auch hoffe. Mit ein bisschen mehr Power hätte Kate einfach viel mehr aus ihren Liedern rausholen können. Apropos Power...
Hätt' ich mir mal lieber eine Karte für Cat Power am Donnerstag gekauft. Das wird sicherlich ein beeindruckenderer Auftritt. Na TOLLE WURST!
p.s.: Gegenmeinungen und Bilder aus dem Netz z.B. hier:
"Insgesamt hat dieses Konzert bei mir den positiven Eindruck von Kate Nash nur noch verstärkt und ich würde jedem, der sich auch für etwas ungewöhnlichere Musik öffnen kann, einen Konzertbesuch empfehlen." "Ihre Musik ist poppig und eingängig, aber auch ziemlich experimentell, mit einem ganz eigenen Stil (musikalisch wie optisch), der teilweise auch etwas abgehoben scheint."
Fragt sich nur, was an der Musik ungewöhnlich und experimentell ist?!
Dienstag, 15. April 2008
The Moog - Baby Rock'n'Roll oder ironischer Indie-Pop
Nach einem super Bananeneis mit Schokostreuseln und einem mäßigen Colloquium, nach einem kräftigen Hagelschauer und einem lahmen aber warmen Chicken Curry hab ich mir klitschnass das Konzert von The Moog aus Ungarn angeschaut. Diese sind nicht zu verwechseln mit The Moogs aus UK, die auch ganz hübsche Musik machen, wie ich gerade höre.
The Moog_ also im Magnet. 5 junge Männer im typischem Indie-Look: der eine Gitarrist erschien eine Kopie von Franz Ferdinand zu sein (der Band, nicht dem österreichischen Thronfolger), der Bassist hat die Rolle dessen eingenommen, der komische Haare hat (warum hat seit Queen eigentlich immer ein Typ in der Band eine seltsame Frisur?), der Schlagzeuger kam mit nacktem Oberkörper und langem blonden Kopfhaar auf die Bühne, der Sänger erinnerte in Aussehen, Kleidung und Körpersprache an einen Brandon Flowers von The Killers (allerdings ohne Bart und mit weitaus weniger glamourösem Keyboard), und der zweite Gitarrist war einfach nur süß.
Soweit ich das beurteilen konnte, war das Publikum ganz angetan und schon nach wenigen Minuten bewegten sich die Leiber der kleinen Mädchen in den ersten Reihen, Kameras und Fotohandies wurden gezückt.
Auch mein Fuß wippte im Takt, an der Musik war nichts auszusetzen, aber auch nichts besonderes. Dazu die eingeübten Rock'n'Roll-Posen der Band: 1. auf die Bühne spucken, 2. erhobener Mittelfinger, 3. diese Teufelshörnchen (erhobener Zeige- und kleiner Finger), 4. Schluck aus der Vodkapulle und 5. totales Chaos und Anarchie beim letzten Song. Dazwischen immer wieder spielerische Einlagen des Sängers, die so gar nicht Rock'n'Roll waren. Oder bittet man als cooler Indie-Act sein Publikum auf zu tanzen, damit man sich besser fühlt? Muss man die Zuhörer darum bitten, doch noch mal lauter zu applaudieren? Und auch, wenn es mir als Zuschauer durchaus Spaß gemacht hat, zuzusehen, springt man als Rocker wie ein junges Rehlein im Rhythmus der Musik und macht dabei das eigene Werk lächerlich? Da fehlte mir dann einfach die professionelle Vollendung der Rockerattitüde, was den Auftritt zeitweilig eher schulbandhaft wirken ließ. Coolness war nicht vorhanden, Distanz zum Publikum nicht mal physisch gegeben. An Arroganz ließen the Moog es fast gänzlich mangeln, und anstatt die Einzigartigkeit ihrer Lieder auch nur ansatzweise vorzutäuschen, zogen sie sogar direkte Vergleiche à la "this song sounds a bit like...".
Ja, genau, Jungs, ihr ward auch a bit like the Killers (who are also just a bit like someone else) und a bit like Muse und a bit like everyone else. Wieder nur eine Band, die versucht auf den letzten Indiezug aufzuspringen? Kids, die Rock'n'Roll spielen, wie wir damals mit dem Tennisschläger vor dem Spiegel? Im Sinne der Künstler hoffe ich, dass hier intelligente Indierocker am Werk waren, die endlich die verkrampfte Ernsthaftigkeit und Egozentrik der Szene untergraben, und sich selbst als ironisches Zitat des Indiehypes verkaufen. Wie gesagt, ich hoffe es, aber es sieht doch mehr aus, als sei Mainstream auch in Ungarn eine mächtige Kraft.
The Moog_ also im Magnet. 5 junge Männer im typischem Indie-Look: der eine Gitarrist erschien eine Kopie von Franz Ferdinand zu sein (der Band, nicht dem österreichischen Thronfolger), der Bassist hat die Rolle dessen eingenommen, der komische Haare hat (warum hat seit Queen eigentlich immer ein Typ in der Band eine seltsame Frisur?), der Schlagzeuger kam mit nacktem Oberkörper und langem blonden Kopfhaar auf die Bühne, der Sänger erinnerte in Aussehen, Kleidung und Körpersprache an einen Brandon Flowers von The Killers (allerdings ohne Bart und mit weitaus weniger glamourösem Keyboard), und der zweite Gitarrist war einfach nur süß.
Soweit ich das beurteilen konnte, war das Publikum ganz angetan und schon nach wenigen Minuten bewegten sich die Leiber der kleinen Mädchen in den ersten Reihen, Kameras und Fotohandies wurden gezückt.
Auch mein Fuß wippte im Takt, an der Musik war nichts auszusetzen, aber auch nichts besonderes. Dazu die eingeübten Rock'n'Roll-Posen der Band: 1. auf die Bühne spucken, 2. erhobener Mittelfinger, 3. diese Teufelshörnchen (erhobener Zeige- und kleiner Finger), 4. Schluck aus der Vodkapulle und 5. totales Chaos und Anarchie beim letzten Song. Dazwischen immer wieder spielerische Einlagen des Sängers, die so gar nicht Rock'n'Roll waren. Oder bittet man als cooler Indie-Act sein Publikum auf zu tanzen, damit man sich besser fühlt? Muss man die Zuhörer darum bitten, doch noch mal lauter zu applaudieren? Und auch, wenn es mir als Zuschauer durchaus Spaß gemacht hat, zuzusehen, springt man als Rocker wie ein junges Rehlein im Rhythmus der Musik und macht dabei das eigene Werk lächerlich? Da fehlte mir dann einfach die professionelle Vollendung der Rockerattitüde, was den Auftritt zeitweilig eher schulbandhaft wirken ließ. Coolness war nicht vorhanden, Distanz zum Publikum nicht mal physisch gegeben. An Arroganz ließen the Moog es fast gänzlich mangeln, und anstatt die Einzigartigkeit ihrer Lieder auch nur ansatzweise vorzutäuschen, zogen sie sogar direkte Vergleiche à la "this song sounds a bit like...".
Ja, genau, Jungs, ihr ward auch a bit like the Killers (who are also just a bit like someone else) und a bit like Muse und a bit like everyone else. Wieder nur eine Band, die versucht auf den letzten Indiezug aufzuspringen? Kids, die Rock'n'Roll spielen, wie wir damals mit dem Tennisschläger vor dem Spiegel? Im Sinne der Künstler hoffe ich, dass hier intelligente Indierocker am Werk waren, die endlich die verkrampfte Ernsthaftigkeit und Egozentrik der Szene untergraben, und sich selbst als ironisches Zitat des Indiehypes verkaufen. Wie gesagt, ich hoffe es, aber es sieht doch mehr aus, als sei Mainstream auch in Ungarn eine mächtige Kraft.
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